Kurz gesagt
- Wähle das Mikrofon nach der Situation: solo ein dynamisches Mikrofon per USB oder XLR, zu zweit zwei gleiche dynamische XLR-Mikrofone an einem Interface, unterwegs ein Funksystem oder ein USB-Handmikrofon, auf der Bühne ein Handmikrofon mit Nierencharakteristik.
- Ein dynamisches Mikrofon mit Niere nimmt laut Focusrite weniger Raum und Übersprechen auf als ein Kondensator. In einem Raum ohne Dämmung ist es die sicherere Wahl.
- Zwei Zahlen tragen dein Setup: eine Handbreit Abstand zum Mikrofon und bis zu 69 dB Gain beim Scarlett 2i2 mit Auto Gain nach zehn Sekunden Sprechen.
- Hör Mikrofone gegeneinander, bevor du dich festlegst: gleicher Text, gleicher Abstand, gleicher Pegel. Das Testprotokoll steht weiter unten.
Dasselbe Podcast-Mikrofon klingt in jedem Raum anders, und zu zweit am Tisch brauchst du ein anderes Setup als allein unterwegs.
Dieser Ratgeber sortiert die Auswahl nach fünf Aufnahmesituationen und zeigt, wie Mikrofon, Interface und Raum zusammen den Klang bestimmen. Wir sind Die Podfluencer: Bei uns erscheinen seit 2022 Folgen aus der Community, und in München veranstalten wir ein Festival für unabhängige Podcaster.
Stand: 11. Oktober 2026. Herstellerangaben haben wir an diesem Tag auf den verlinkten Seiten gelesen. Preise nennen wir bei Festival-Partnern nicht, sie schwanken je nach Händler.
Offenlegung: RØDE und Focusrite sind 2026 Partner unseres Festivals. Wir nennen ihre Geräte dort, wo sie in den Ablauf gehören, und stellen Mikrofone von Shure und Samson, die keine Partner sind, daneben. Alle Angaben zu Geräten stammen von den Herstellerseiten, nicht aus eigenen Messungen.
Was ein Podcast-Mikrofon können muss
Drei Entscheidungen legen fest, welche Mikrofone überhaupt in Frage kommen: dynamisch oder Kondensator, USB oder XLR und die Richtcharakteristik. Alles andere ist Feinarbeit.
Dynamisch oder Kondensator
Ein dynamisches Mikrofon hat laut Focusrite eine niedrige Empfindlichkeit, verträgt laute Spitzen und nimmt meist weniger Umgebung und Übersprechen auf als ein Kondensatormikrofon. Das hilft, wenn dein Raum nicht gedämmt ist oder mehrere Mikrofone nebeneinander stehen. Das RØDE PodMic ist ein Beispiel: dynamisch, enge Nierencharakteristik, laut Datenblatt keine Stromversorgung nötig.
Ein Kondensatormikrofon fängt mehr vom Raum ein, und das ist Vorteil und Nachteil zugleich. Du bekommst mehr Detail, aber auch Hall, Straßenlärm und den Lüfter deines Laptops. XLR-Kondensatoren brauchen in der Regel 48 Volt Phantomspeisung vom Interface. USB-Modelle wie das NT-USB+ beziehen den Strom über das Kabel, laut Datenblatt 5 Volt bei 500 Milliampere. Ein Kondensator lohnt sich, wenn du allein in einem ruhigen, weichen Raum sprichst.
USB oder XLR
USB-Mikrofone haben den Wandler eingebaut und laufen direkt am Rechner, Tablet oder Handy. XLR-Mikrofone liefern ein analoges Signal und brauchen ein Interface oder eine Konsole, die es verstärkt und digitalisiert. Das ist ein Gerät mehr. Dafür tauschst du später das Mikrofon, ohne das Interface zu ersetzen, und ergänzt weitere Mikrofone.
Mit Gästen wird USB eng. Laut Focusrite braucht jede Person ein eigenes USB-Mikrofon mit eigenem Anschluss am Rechner, ein Interface führt dagegen mehrere Mikrofone über einen USB-Port zusammen. Einen Mittelweg bietet das PodMic USB: Es hat XLR- und USB-Ausgang. Du startest direkt am Rechner und wechselst später auf ein Interface, ohne das Mikrofon zu ersetzen.
Richtcharakteristik
Die Richtcharakteristik beschreibt, woher ein Mikrofon Schall aufnimmt. Die Niere nimmt vor allem von vorn auf und blendet die Rückseite weitgehend aus, deshalb ist sie der Normalfall für Sprache. Die Kugel nimmt aus allen Richtungen gleich auf und passt, wenn mehrere Personen um ein Mikrofon sitzen, dafür kommt mehr Raum mit. Die Acht nimmt vorn und hinten auf und blendet die Seiten aus, laut Focusrite eine Lösung für zwei Personen an einem Mikrofon. Für den Rest dieses Ratgebers gilt: Niere, sofern nichts anderes dasteht.
Nach Situation: solo, zu zweit, Remote-Gäste, unterwegs, live
Fünf Situationen decken fast jede Aufnahme ab. Die Karten geben dir den Überblick, die Abschnitte danach die Einstellungen.
Solo am Schreibtisch
Abstand zum Mikrofon, fest über einen Arm. Dynamisch per USB oder XLR.
Zu zweit am Tisch
Zwei Mikrofone gleichen Typs, zwei Arme, ein Interface mit zwei Mikrofoneingängen.
Remote-Gäste
Gäste tragen Kopfhörer und nehmen nach Möglichkeit lokal auf. Du bekommst ihre Datei.
Unterwegs
Ein Funksystem mit Onboard-Aufnahme oder ein USB-Handmikrofon am Handy.
Live auf der Bühne
Handmikrofon, ein Mikrofon pro Sprecher, Soundcheck vorab, zweite Aufnahme als Absicherung.
Solo am Schreibtisch
Allein aufzunehmen heißt, alles selbst im Griff zu haben: gleicher Abstand, gleicher Pegel, gleiche Position von der ersten bis zur letzten Minute. Ein Arm hilft dabei mehr als ein Tischstativ, weil du das Mikrofon damit genau vor dem Mund fixierst. Der Abstand liegt bei etwa einer Handbreit. Das Mikrofon steht leicht seitlich oder knapp über Mundhöhe, damit Atemstöße am Kapselkorb vorbeigehen.
Bei den Geräten hast du zwei Wege. Auf dem USB-Weg passt das NT-USB+ in ruhige, weiche Räume: Kondensatorkapsel mit enger Niere, 24 Bit bei 48 kHz, Kopfhörerausgang, Popschutz und Tischständer im Lieferumfang. Das PodMic USB ist dynamisch, läuft per USB-C oder XLR und hat laut RØDE einen internen Popschutz. Es passt, wenn dein Raum hallt oder du später ein Interface willst. Auf dem XLR-Weg kombinierst du das PodMic mit einem Scarlett 2i2. Der XLR-Weg ist ein Gerät mehr und wächst später mit Gästen mit.
Zwei Fragen entscheiden: Lädst du später Gäste an denselben Tisch ein? Dann nimm gleich XLR oder das PodMic USB. Hat dein Raum harte Wände und keinen Teppich? Dann nimm dynamisch.
Zu zweit am Tisch

Zwei Personen, zwei gleiche Mikrofone, ein Interface mit zwei Mikrofoneingängen: So sieht der Standard aus. Gleiche Mikrofone klingen gleich, deshalb musst du im Schnitt weniger Stimmen aneinander angleichen. Jede Person bekommt einen eigenen Arm, das Interface nimmt jede Stimme auf einer eigenen Spur auf. Das Scarlett 2i2 hat laut Focusrite zwei Mikrofoneingänge, bis zu 69 dB Gain, Auto Gain und Clip Safe. Arme und Kopfhörer kommen dazu, für jede Person ein Satz.
Zwei Dinge übersehen viele. Erstens die Kopfhörer: Das Scarlett 2i2 hat einen Kopfhörerausgang. Für zwei Personen brauchst du einen Splitter oder ein Gerät mit mehr Ausgängen, etwa das Scarlett 18i16 mit zwei oder den RØDECaster Pro II mit vieren. Zweitens der Abstand zwischen den Mikrofonen. Nach der 3:1-Regel sollte er mindestens dreimal so groß sein wie der Abstand zwischen Mund und eigenem Mikrofon. Bei einer Handbreit Mundabstand sind das mindestens etwa 30 Zentimeter.
Setzt euch gegenüber und richtet jedes Mikrofon auf die eigene Person. Dann zeigt die unempfindliche Rückseite der Niere auf die andere Stimme. Ein einzelnes Mikrofon für beide ist ein Notbehelf: Mit Kugel oder Acht funktioniert es, aber du verlierst die Trennung der Stimmen und nimmst mehr Raum auf.
Remote-Gäste
Bei Gesprächen aus der Ferne steuerst du nur deine Seite. Was beim Gast ankommt, bestimmen sein Mikrofon, sein Raum und seine Leitung. Die wirksamste Gegenmaßnahme ist eine eigene Spur pro Person: Jede Seite nimmt lokal auf, du bekommst die Dateien danach und setzt sie im Schnitt zusammen. Stockt die Leitung, steckt das nur im Gespräch und nicht in der Datei, sofern dein Aufnahmewerkzeug lokal mitschneidet.
Gegen Echo trägt der Gast Kopfhörer, sonst nimmt sein Mikrofon deine Stimme aus den Lautsprechern wieder auf. Arbeitest du mit einer Konsole, brauchst du für den Gast einen Mix-Minus, also eine Mischung mit allem außer seiner eigenen Stimme. RØDE nennt den dedizierten Mix-Minus beim RØDECaster Video S ausdrücklich als Weg, Gäste aus der Ferne einzubinden.
Schick Gästen vorab fünf Zeilen. Die Liste lässt sich in jede Einladung kopieren:
- Kopfhörer aufsetzen, am besten geschlossene
- Externes Mikrofon nutzen, falls vorhanden, sonst ein Headset
- Ruhigen, weichen Raum wählen: Fenster zu, Handy stumm
- Immer den gleichen Abstand halten, etwa eine Handbreit
- Zehn Minuten vorher 30 Sekunden Sprache und 30 Sekunden Stille testweise aufnehmen
Für Stammgäste lohnt sich ein Leihmikrofon im Koffer. Das Samson Q2U hat laut Hersteller einen USB- und einen XLR-Ausgang und kommt mit Tischstativ, Klammer, Windschutz sowie USB- und XLR-Kabel.
Unterwegs
Unterwegs zählen Gewicht, Akku und Windschutz. Zwei Wege funktionieren. Der erste ist ein Funksystem wie das Wireless GO (Gen 3): zwei Kanäle, eingebaute Kapsel mit Kugelcharakteristik, bis zu sieben Stunden Betrieb, USB-C. Es nimmt laut RØDE zusätzlich im Gerät mit 32 Bit Float auf. Das heißt: Die Datei speichert so viel Dynamik, dass sich übersteuerte oder zu leise Passagen später retten lassen. Bei Straßeninterviews nimmt dir das die größte Sorge ab, den Pegel.
Der zweite Weg ist ein USB-Mikrofon am Handy oder Laptop. PodMic USB und NT-USB+ lassen sich laut RØDE auch mit iOS- und Android-Geräten nutzen, das Samson Q2U bringt Stativ und Windschutz gleich mit. Draußen gehört ein Windschutz auf jedes Mikrofon. Ein Handmikrofon hältst du etwa eine Handbreit vor den Mund, knapp unter der Mundlinie. Sichere die Aufnahme sofort auf einem zweiten Gerät oder in der Cloud.
Eine Regel aus unserem Alltag: Für den Community-Podcast sind Handyaufnahmen laut FAQ nicht erlaubt. Lies dort nach und im Beitrag Mitmachen bei Die Podfluencer, bevor du unterwegs für uns aufnimmst.
Live auf der Bühne

Auf der Bühne arbeitest du gegen Rückkopplung. Ein Handmikrofon mit Nierencharakteristik nimmt vor allem auf, was direkt davor passiert. Das RØDE M1 beschreibt der Hersteller als dynamisches Live-Mikrofon, dessen eng kontrollierte Niere Übersprechen und Rückkopplungen minimiert. Das Shure SM58 ist ein dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik für Live-Auftritte, Beschallung und Studioaufnahmen. Kondensatormikrofone fangen mehr vom Raum ein, damit steigt das Risiko für Rückkopplung.
So läuft ein Soundcheck für Live-Podcasts:
- Steuere jedes Mikrofon einzeln aus, während die Person in Bühnenlautstärke spricht.
- Stelle Lautsprecher und Monitore so, dass sie nicht auf die Mikrofonspitzen zeigen.
- Hebe den Gain, bis es zu pfeifen droht, und geh dann etwas zurück. Dort liegt deine Grenze.
- Regle Mikrofone von Personen, die gerade nicht sprechen, herunter.
- Nimm getrennt von der Beschallung auf. Eine Konsole wie der RØDECaster Pro II schreibt laut RØDE Mehrspur auf microSD, USB-Speicher oder Computer. Ein zweites Medium ist deine Versicherung.
Plane Reserve ein, weil sich die Akustik mit Publikum ändert. Der Soundcheck läuft meist im leeren Saal.
Die Bühne klingt anders als ein Tisch. Aus unserem Karussell zu den zwei Aufnahmewelten: Eine große Bühne mit Publikum, mehreren Mikrofonen und einem Vorhang gegen den Hall klingt nach Bühne. Ein kleiner Aufnahmeraum ist intimer und näher am Gespräch. Beides funktioniert, es verlangt nur andere Mikrofone: Handmikrofone und Soundcheck für die Bühne, Arme und Interface für den Tisch. Bei unserem Festival entstehen Aufnahmen vor Publikum auf der Main Stage, der Side Stage und im Studio, wie die Festivalseite zeigt.
Das System: Mikrofon, Interface, Kopfhörer, Arm
Laut Focusrite reichen drei Teile für ein Minimal-Setup: ein Mikrofon mit Stativ, ein Audio-Interface und ein Laptop oder PC. Kopfhörer und Arm machen daraus ein System, das jeden Tag gleich klingt. Der Weg des Signals sieht so aus:
- 1 Stimmeeine Handbreit Abstand
- 2 MikrofonNiere, am Arm
- 3 XLR-Kabeldreipolig, analog
- 4 InterfaceGain, 48 Volt bei Kondensator
- 5 USB-Kabeldigital zum Rechner
- 6 Aufnahmeeine Spur je Person
Das Interface verstärkt das schwache Mikrofonsignal und wandelt es in Daten. Wie viele Mikrofone du anschließen kannst, entscheidet die Zahl der Mikrofoneingänge. Die Tabelle zeigt vier Geräte mit Herstellerdaten (Scarlett jeweils 4. Generation):
| Gerät | Mikrofoneingänge | Gain | Kopfhörerausgänge | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Focusrite Scarlett Solo | 1 | bis 57 dB | 1 | kein Auto Gain, kein Clip Safe |
| Focusrite Scarlett 2i2 | 2 | bis 69 dB | 1 | Auto Gain und Clip Safe |
| Focusrite Scarlett 18i16 | 4 | bis 69 dB | 2 | Auto Gain und Clip Safe |
| RØDECaster Pro II | 4 Kombibuchsen | bis 76 dB | 4 | Mehrspur auf microSD, USB oder Computer |
Für den Pegel gibt es eine Methode, die auf jedem Interface funktioniert. Focusrite beschreibt sie für seine Interfaces, Schritt 4 ist unsere Ergänzung:
- 1SprechenSprich so laut und aus dem Abstand, den du auch in der Folge hast.
- 2AufdrehenDreh den Gain auf, bis der Ring rot leuchtet.
- 3ZurückdrehenDreh zurück, bis das Rot verschwindet. Beim Scarlett 2i2 erledigt Auto Gain das: Taste drücken, zehn Sekunden sprechen.
- 4Spitzen testenLach einmal laut und sprich eine betonte Passage. Clip Safe regelt laut Focusrite nach, wenn es eng wird.
Als Praxisregel für 24-Bit-Aufnahmen gilt: Die Spitzen liegen zwischen minus 12 und minus 6 dBFS. Das ist eine verbreitete Faustregel und keine Herstellerangabe. Lieber etwas zu leise als zu laut, weil sich Leises später anheben lässt und Übersteuertes nicht. Zum Scarlett Solo: Es hat laut Focusrite keinen Auto Gain und kein Clip Safe, beides gibt es erst ab dem 2i2. Wer sich auf die Automatik verlassen will, nimmt deshalb auch für ein einzelnes Mikrofon das 2i2.
Kopfhörer. Geschlossene Kopfhörer verhindern, dass das Mikrofon die Wiedergabe mit aufnimmt. Laut Focusrite stellt jede Person damit ihre eigene Lautstärke ein. Studiomonitore bleiben beim Aufnehmen aus, weil ihr Signal ins Mikrofon streut.
Arm. Ein fester Arm hält Abstand und Pegel konstant. Focusrite warnt vor billigen Ständern, die das Mikrofon mit der Zeit absenken. Prüf Gewicht gegen Tragkraft: Das PodMic wiegt laut Datenblatt 937 Gramm, der PSA1+ trägt laut RØDE 94 Gramm bis 1,2 Kilogramm, der DS2 bis 950 Gramm. Der PSA1+ entkoppelt laut RØDE Tastatur-, Maus- und Tischgeräusche und hat ein integriertes Kabelmanagement für USB- und XLR-Kabel. Beim DS2 liegt das PodMic knapp unter der Grenze.
Vergleichstabelle: Mikrofone nach Situation
Die Tabelle zeigt Typ, Anschluss und Einsatz.
| Mikrofon (Link zur Herstellerseite) | Typ | Anschluss | Einsatz |
|---|---|---|---|
| RØDE PodMic | dynamisch, Niere | XLR | zu zweit am Tisch, solo am Interface |
| RØDE PodMic USB | dynamisch, Niere | XLR und USB-C | solo, später mit Gästen, am Handy |
| RØDE NT-USB+ | Kondensator, Niere | USB-C | solo in ruhigem Raum |
| Samson Q2U | dynamisch, Niere, Handmikrofon | USB und XLR | Gäste-Mikrofon, unterwegs |
| Shure SM58 | dynamisch, Niere, Handmikrofon | XLR | Bühne, Live |
| RØDE M1 | dynamisch, Niere, Handmikrofon | XLR | Bühne, Live |
| RØDE Wireless GO (Gen 3) | Funksystem, eingebaute Kugelkapsel | Funk, Empfänger per USB-C oder 3,5 mm | unterwegs, Interviews |
Die Auswahl ist ein Querschnitt und keine Rangliste. Wir haben jede Zeile gegen die Herstellerseite gelesen und nichts davon selbst gemessen. Wenn du ein anderes Mikrofon im Blick hast, prüf dieselben fünf Punkte: Typ, Charakteristik, Anschluss, Gewicht gegen Armtragkraft und Preis im Handel.
Der Raum gehört dazu
Mikrofon und Raum sind ein System. Ein dynamisches Mikrofon in kurzem Abstand verzeiht einen unbehandelten Raum eher, ein Kondensator zeigt jede Reflexion. Bevor du ein zweites Mikrofon kaufst, lohnt der Klatsch-Test: einmal an deinem Aufnahmeplatz kräftig klatschen. Klingt es kurz und trocken, passt der Raum. Hörst du Nachklingen oder ein metallisches Flattern, helfen Decke, Vorhang, Teppich und Sofa mehr als jede Technik.
Totdämpfen ist kein Ziel. Nach Focusrite empfehlen Akustiker, etwa 30 Prozent der Raumflächen zu behandeln und 70 Prozent unbehandelt zu lassen, sonst klingt ein Raum kastig. In einem Schlafzimmer fängt das Bett laut Focusrite viel Bass ab. Dazu passt die 30-Sekunden-Stille: Nimm nach den Testsätzen 30 Sekunden Raumton auf und hör sie mit Kopfhörern. Kühlschrank, Laptop-Lüfter und Heizung zeigen sich dort.
Wie ernst man Raum und Mikrofondisziplin nehmen sollte, nimmt die Folge 284 unseres Community-Podcasts von Der Schalltrichter mit Augenzwinkern auseinander. In zwölf Minuten geht es um Raumhall, Mikrofondisziplin und KI als akustischen Hausmeister. Wer das Thema vertiefen will: Das Festival-Programm 2026 enthält Workshops zu Aufnahmetechnik. Sie sind im Ticket enthalten, kleinere Änderungen vorbehalten.
Video-Podcast zu zweit: Mikrofone und Kameraplan
Wer vor der Kamera aufnimmt, braucht die Mikrofone doppelt und muss sie ins Bild denken. RØDE beschreibt auf seiner Seite ein Video-Podcast-Setup mit zwei Mikrofonen, aufgebaut um die Konsole RØDECaster Video S. Die Konsole ist ein Beispiel. Die Logik der Liste gilt für jede Kombination aus Mikrofonen, Interface, Kameras und Speicher. Die Checkliste „zwei von allem“:
Der Kameraplan hat drei Bilder: eine Totale mit beiden Personen und je eine Nahaufnahme der gerade sprechenden Person. Die Kameras stehen auf Augenhöhe, das Licht fällt gleichmäßig auf beide. Für den Schnitt nimmst du Stimmen und Kamerabilder getrennt als Mehrspur auf. Dann kannst du später Lautstärken, Schnitte und Perspektiven einzeln anpassen.
- Kamera 1: Totalebeide Personen im Bild, Augenhöhe
- Kamera 2: Nah auf APerson A, wenn sie spricht
- Kamera 3: Nah auf BPerson B, wenn sie spricht
Mikrofone und Arme stehen im Bild, also zählt auch ihr Aussehen. Der Popfilter WS14 hat für das PodMic laut RØDE ein flaches Design, das vor der Kamera dezent bleibt. Licht verdient Planung: RØDE rät zu gleichmäßiger Ausleuchtung beider Personen. Video-Podcasts waren beim Festival 2024 Thema. Den Rückblick auf das Festival 2024 findest du bei uns.
Hörproben: So testest du Setups gegeneinander
Hörproben sagen mehr als Datenblätter. Ein fairer Vergleich braucht feste Regeln, sonst gewinnt immer das lautere Mikrofon. Mit fünf Schritten vergleichst du zwei Kandidaten in zehn Minuten:
- Ein Text. 30 Sekunden Sprache, danach 30 Sekunden Stille. Immer derselbe Text, dieselbe Person.
- Ein Abstand. Markiere ihn mit einem Streifen Klebeband am Arm: eine Handbreit.
- Ein Pegel. Stell jedes Mikrofon so ein, dass die Spitzen bei etwa minus 9 dBFS liegen. Lauter klingt sonst besser, ohne besser zu sein.
- Blind hören. Benenne die Dateien in A, B und C um und lass jemanden die Reihenfolge mischen, ohne dass du weißt, welches Mikrofon welches ist.
- Auf zwei Wegen hören. Mit geschlossenen Kopfhörern und über die Lautsprecher eines Handys, weil viele Hörer so hören.
Worauf du achtest, zeigt die Tabelle. Jede Zeile nennt das Symptom und den ersten Handgriff:
| Kriterium | So klingt das Problem | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| Raum | Nachhall am Satzende, hohler Klang | Abstand verkleinern, weiche Flächen hinter dich und neben das Mikrofon stellen |
| Plosive | Knall bei P und B | Popschutz nutzen, Mikrofon leicht seitlich oder knapp über Mundhöhe |
| Zischlaute | scharfe, spitze S-Laute | Winkel zum Mund ändern, Abstand leicht erhöhen |
| Nahbesprechung | dröhnende, bassige Stimme | Abstand erhöhen, näher als eine Handbreit vermeiden |
| Stille | Rauschen, Brummen, Lüfter | Quelle abschalten, Gain und Kabel prüfen |
| Übersprechen | Stimme B im Mikrofon von A | Abstand zwischen den Mikrofonen vergrößern, Niere ausrichten |
Wer Mikrofone nicht erst kaufen will, um sie zu hören: An der Podcast-Station beim Podfluencer Festival am 23. und 24. Oktober 2026 in der Feierwerk Funkstation in München kannst du laut Festivalseite Technik testen und spontan aufnehmen.
Häufige Fehler
- Der Abstand wandert. Der Kopf dreht sich zum Bildschirm, das Mikrofon bleibt stehen. Stell Skript oder Bildschirm hinter das Mikrofon, damit du in seine Richtung sprichst.
- Falsche Seite. PodMic, PodMic USB und M1 sind laut Datenblatt endadressiert: Du sprichst auf die Stirnseite, nicht an der Seite vorbei.
- Gain nach Gefühl. Stell den Pegel einmal vor der Folge mit der Rot-Methode ein und regle nicht während des Gesprächs nach.
- Zwei Personen vor einem Nierenmikrofon. Eine Stimme sitzt dann neben der Achse und klingt dumpf und hallig. Zwei Mikrofone lösen das.
- Kondensator im Hallraum. Er zeigt jede Reflexion. Nimm ein dynamisches Mikrofon oder dämme den Platz.
- Lautsprecher an. Monitore und Laptop-Lautsprecher streuen beim Aufnehmen ins Mikrofon. Kopfhörer auf, Lautsprecher aus.
- Mikrofon fest auf dem Tisch. Tastaturanschläge und Klopfen wandern ins Mikrofon. Ein gedämpfter Arm und Hände weg vom Tisch helfen.
- Keine Testaufnahme. 30 Sekunden Sprache und 30 Sekunden Stille vor jeder Folge kosten eine Minute und decken fast alles auf.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Audio-Interface?
Für ein einzelnes USB-Mikrofon nicht. Ein Interface lohnt sich, sobald Gäste am Tisch sitzen, du ein XLR-Mikrofon nutzt oder das Mikrofon später tauschen willst. Focusrite rät grundsätzlich zu einem Interface und sieht bei USB-Mikrofonen Abstriche beim Klang. Das ist die Sicht eines Interface-Herstellers und Festival-Partners. Für den Start reicht ein gutes USB-Mikrofon.
Wie viel muss ich ausgeben?
Das hängt vom Weg ab. Ein USB-Mikrofon allein ist der günstigste Einstieg. Ein XLR-Setup mit Interface ist ein Gerät mehr. Zu zweit kommt ein zweites Mikrofon samt Arm und Kopfhörer dazu. Ein Funksystem ist eine eigene Kategorie. Die Preise unterscheiden sich je nach Händler.
Kann ich zu zweit mit einem Mikrofon aufnehmen?
Ja, mit Kugel oder Acht, wie Focusrite beschreibt. Du verlierst die Trennung der Stimmen und nimmst mehr vom Raum auf. Zwei Mikrofone auf zwei Spuren klingen sauberer und lassen sich im Schnitt einzeln bearbeiten.
Kann ich zwei USB-Mikrofone gleichzeitig am Rechner nutzen?
Technisch ja, praktisch hakelig. Der Rechner sieht zwei getrennte Geräte, und viele Aufnahmeprogramme nehmen nur von einem Gerät auf. Unter macOS lassen sich Geräte zu einem Aggregatgerät bündeln, ihre Taktung läuft aber getrennt, was bei langen Aufnahmen auseinanderlaufen kann. Ein Interface umgeht das Problem.
Reicht das Mikrofon im Handy?
Für eine Probeaufnahme ja. Für unseren Community-Podcast sind Handyaufnahmen laut FAQ nicht erlaubt. Ein externes USB-Mikrofon, das du an Handy oder Rechner anschließt, bringt in jedem Fall einen hörbaren Schritt nach vorn.




